|
„Endgültig frei, Richtung Wache! Ruhige Nacht noch!“ Das waren die letzten Worte des Einsatzleiters nach einem sehr anstrengenden, aber auch sehr unterhaltsamen Wochenende auf dem Winzerfest in Nierstein.
Doch der Reihe nach. Alles fing, wie so oft an Weinfesten, am Freitag an: Treffpunkt 13.58 Uhr, von Materialmanager Heiko befohlen, in der Unterkunft um alles benötigte Equipment zu laden und um dann nach Nierstein ins „Alte Rathaus“ aufzubrechen.
Hier sollte für die nächsten 4 Tage unser Hauptquartier sein. Wie viel Zeit wir hier tatsächlich verbringen würden, war uns gegen 18 Uhr, als sich die ersten Helferlein einfanden, noch nicht bewusst. Es wurde Material gecheckt, noch einmal sortiert und griffbereit zurechtgelegt. Dann gab es das erste von drei „Dreigang-Themen-Menüs“. Wie so oft mit viel Liebe zubereitet, äußerst nahrhaft und lecker!
Unser Einsatzleiter Christian nutzte das gefräßige Schweigen für eine kurze Einsatzbesprechung. Dennis und Panja würden die nächsten zwei Tage die „UHS-Wichtel“ (UHS = Unfallhilfsstelle) geben, der Rest wurde in Fußstreifen eingeteilt, unsere Rettungsjungs Christoph und Schlussi auf ihre Lieblingsposition RTW verfrachtet.
Der Abend begann verhältnismäßig ruhig, nach und nach fanden sich die Kollegen von der Polizei, vom Ordnungsamt und der Security zum fachsimpeln ein.
Einer der Polizisten prophezeite uns ein „Losgehen“ gegen 24 Uhr. Welch eine Punktlandung: um 23:55h lief der erste Einsatz auf. So richtig Ruhe kehrte dann erst wieder um 3 Uhr ein, nachdem wir abgemeldet waren und das letzte „Alkoholopfer“ abgeholt war.
Nach dem Ausschlafen und dem obligatorischen Handballturnier-Dienst ging es am Samstag um 17Uhr wieder los. Auch an diesem Tag war erst mal lockeres „einschwimmen“ angesagt, das italienische Menü wurde aufgetischt und noch vor dem Nachtisch wurde der erste Notfall serviert! Um viertel nach 9 rückte die erste Fußstreife aus und brachte auch gleich pflichtbewusst einen Patienten mit, mittlerweile war aber auch der zweite Platz in der UHS schon belegt und es zeichnete sich schnell ab, dass dies ein einsatzreicher Abend werden würde. Schon in diesen frühen Abendstunden trudelte eine Schnittverletzung nach der anderen ein, Nasenbluten, sogar internistische „Notfällchen“ und und und ….
Gegen Mitternacht dann eine leichte Entspannung. Genug Zeit, um noch mal über das Tiramisu herzufallen. Aus der Erfahrung vom Vortag rüsteten wir uns aber schon für die nächste Patientenwelle und die lies auch nicht lange auf sich warten!
Nach dem zur Spitzenzeit außer Christian als Einsatzleiter und Panja als Fels in der UHS-Brandung keiner mehr „frei“ war, beendeten wir den Dienst mit zwei Transporten und etwa 20 Hilfeleistungen gegen 4:30 Uhr morgens. Bettruhe hatte sich an diesem Abend wirklich jeder verdient! (Vor allem die Leute, die nie genug bekommen können und vor so einer Nacht noch Tagdienst fahren ;o)…)
Der Sonntag: in den vergangenen Jahren ein ruhiger Tag, eher einheimisches Publikum, auch eher Älteres, meist keine besonderen Zwischenfälle … aber in diesem Jahr? Nach dieser Nacht? Irgendwas musste ja kommen und es kam netterweise wieder mal erst gegen Feierabend. Als jeder schon gedanklich in den Federn lag, ging es für die Fußstreife noch einmal hinaus und mit dem „Klassiker“ für Weinfeste im Gepäck wieder zurück zur UHS. Zum Glück konnte schnell ein Fahrer organisiert werden und um 1 Uhr war auch für die Sonntagsmannschaft Feierabend.
Das Montagsteam kehrte gegen 17 Uhr ein letztes Mal für dieses Dienstwochenende in die UHS ein. Es wurden die Reste der vergangenen Tage verputzt, die obligatorischen Fußstreifen gelaufen und einige wenige Patienten behandelt. Gegen 22.30 Uhr, kurz vor Beginn des Feuerwerks war dann Rückbau angesagt, um 24 Uhr war dann soweit alles in den Autos verstaut und wen wundert’s - genau in diesem Moment klingelte das Einsatzhandy! Also Material wieder raus, Fußstreife marschierte los, Patient wurde gefunden, versorgt und im Rettungswagen nach Hause gebracht. Alles in allem hieß es danach aber endlich „ Endgültig frei, Richtung Wache“.
Das Wochenende war wieder einmal ein Beweis für ein gut ausgebildetes und gut funktionierendes Team, in dem ein Zahnrädchen perfekt ins andere griff.
Insgesamt waren 14 Bereitschaftler und 3 Nachwuchs-Bereitschaftler im Einsatz und leisteten in 4 Tagen incl. Aufbau 312 Dienststunden.
Und dabei war das erst der Auftakt zu den Sommerdiensten 2009….
-- Fortsetzung folgt --
|